Eine Frau sitzt im Schneidersitz auf einer Yoga-Matte im Hintergrund geht jemand mit einem Staubsauger entlang, um den Boden zu reinigen.

Stress abbauen, Resilienz steigern

Wie Sie Stress reduzieren können

Ob hohe Anforderungen im Job, Leistungsdruck in der Schule oder Uni, Alltagsstress oder Streitigkeiten mit Freunden und Verwandten: Stress kann uns ganz schön auf den Magen schlagen, unsere Nerven strapazieren und zu weiteren Gesundheitsbeschwerden führen – insbesondere dann, wenn er in einen Dauerzustand übergeht und wir gefühlt ständig unter Strom stehen. Wer Stress abbauen und seine psychische Widerstandskraft (Resilienz) steigern möchte, sollte sich zunächst mit möglichen Stressoren auseinandersetzen und dann geeignete Techniken und Strategien anwenden. Wir stellen Ihnen hier einige hilfreiche Methoden vor. Manche eignen sich dazu, akuten Stress zu reduzieren, andere sind darauf angelegt, die Resilienz langfristig zu erhöhen.

Was ist Stress?

Stress ist eine vollkommen natürliche Reaktion unseres Körpers auf Herausforderungen und Belastungen. Obwohl Stress teilweise unangenehme Symptome hervorrufen kann, sind Stressreaktionen nicht per se schlecht. Sie helfen unserem Körper vielmehr bei der Anpassung an besondere Situationen, indem sie ihn in einen Zustand der Alarmbereitschaft versetzen. In Gefahrensituationen können sie sogar unsere Überlebenschancen erhöhen. Um zu verdeutlichen warum, wird oft folgendes Beispiel aus früheren Zeiten angeführt: Stand unseren Vorfahren ein Säbelzahntiger gegenüber, musste ihr Körper blitzschnell in den sogenannten Fight-or-Flight-Modus (etwa: Kampf-oder-Fluchtmodus) schalten. Bedeutet konkret: Der Körper setzt Stresshormone frei, um sich auf einen etwaigen Kampf oder aber eine Flucht vorzubereiten. Dadurch erhöht sich kurzfristig unsere Leistungsfähigkeit – unter anderem steigen Puls und Blutdruck, unsere Muskeln spannen sich an und unsere Atmung beschleunigt sich. (In manchen Fällen verfällt der Körper auch in den sogenannten Freeze-Modus, eine Art Schreckstarre oder „Totstellreflex“. Was zunächst wie ein Totalausfall klingen mag, kann unter Umständen ebenfalls lebensrettend sein.)

In Gefahrensituationen sind diese körperlichen Reaktionen heute nach wie vor überlebenswichtig. In hektischen Alltagssituationen hindern uns Stressreaktionen jedoch unter Umständen daran, wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen, sie mindern unsere Konzentrationsfähigkeit oder wirken sich ungünstig auf unsere körperliche sowie mentale Gesundheit aus. Dennoch kann Stress auch durchaus beflügelnd und motivierend wirken.

Stressarten

Oft wird diese Unterscheidung vorgenommen:

  • Positiver Stress (Eustress), der uns motiviert und nicht als belastend wahrgenommen wird. Er kann uns dabei unterstützen, Herausforderungen zu meistern und uns zu „Höchstleistungen” antreiben.
  • Negativer Stress (Disstress), der unangenehme Symptome hervorrufen und sich (auf Dauer) negativ auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken kann.

Wichtig ist: Die Belastungsgrenzen sind von Mensch zu Mensch verschieden. Situationen, die resiliente Menschen noch als motivierend wahrnehmen, können andere bereits als belastend und überfordernd empfinden. Und: Eine anfangs als motivierend empfundene Stresssituation kann unter Umständen auch rasch ins Gegenteil umschlagen, etwa wenn wir uns bei einem neuen Hobby selbst zu viel Druck machen und die Messlatte zu hoch hängen.

Hinweis: Wenn nachfolgend von „Stress” die Rede ist, ist damit Disstress, also negativer Stress, der uns belastet, gemeint. Ausgelöst werden kann dieser beispielsweise durch aktuelle Ereignisse und Situationen, etwa bei Meinungsverschiedenheiten mit Gesprächspartnern, oder aber durch Zukunftssorgen wie die Befürchtung das Arbeitspensum nicht in der vorgegebenen Zeit bewältigen zu können oder eine Prüfung nicht erfolgreich zu bestehen.

Symptome und Folgen von Stress

Schüttet der Körper bei Belastungen Stresshormone aus werden zunächst Energiereserven mobilisiert und es steht dem Körper mehr Sauerstoff zur Verfügung, was sich auch durch eine tiefere Atmung und einen beschleunigten Puls zeigt. Aber: Wenn das Stresslevel und damit die Ausschüttung von Stresshormonen anhält, dann sind unter anderem diese körperlichen und psychischen Auswirkungen (Stressreaktionen) möglich:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Gereiztheit
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Verstopfung
  • Schlafstörungen, Albträume
  • Konzentrationsschwäche
  • Unruhe/Nervosität (Anzeichen hierfür sind etwa nächtliches Zähneknirschen, Vergesslichkeit oder Stottern)
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit

Bleibt das Stressniveau langfristig anhaltend hoch, drohen weitere Folgen – angefangen bei Verspannungen bis hin zum Burnout. Darum ist es wichtig, Stress zu reduzieren und insbesondere chronischem Stress vorzubeugen. Um mit Herausforderungen und Belastungen im Alltag künftig besser umzugehen, sollten Sie zunächst die Faktoren identifizieren, die bei Ihnen Stress auslösen (sog. Stressoren).

Stressoren

Laut der TK-Stressstudie 2021, einer Studie der Techniker Krankenkasse, sind mehr als 25 % der Deutschen häufig gestresst.1 Zu stressauslösenden Faktoren zählen unter anderem:

  • Schlafmangel
  • (chronische) Krankheiten und Verletzungen
  • Leistungsdruck
  • Zeitdruck
  • Existenzangst, finanzielle Probleme
  • Todesfälle
  • Überforderung oder Unterforderung
  • Streitigkeiten, zum Beispiel mit Freunden oder Familienmitgliedern
  • zu hohe Ansprüche an sich selbst (Perfektionismus)
  • ständige Verfügbarkeit
  • externe Faktoren wie hohe Temperaturen oder Lärm
  • Mehrfachbelastungen, also verschiedene Belastungen in unterschiedlichen Bereichen

Ein Stresstagebuch hilft Ihnen bei der Identifizierung der täglichen „Energieräuber“. Manche Stressoren lassen sich beseitigen, vermindern oder vermeiden, mit anderen hingegen müssen wir lernen zu leben. Die Fähigkeit, stressauslösenden Faktoren zu widerstehen, wird als Resilienz bezeichnet. Die gute Nachricht: Resilienz lässt sich trainieren.

Resilienz steigern: Was hilft gegen Stress?

Nachfolgend stellen wir Sofortmaßnahmen vor, die Sie dabei unterstützen, innere Anspannung, Nervosität & Co. in Akutsituationen zu verringern und wieder mehr Kontrolle über Ihren Körper zu erlangen. Danach widmen wir uns Strategien, die darauf angelegt sind, langfristig „überschießenden“ Stressreaktionen im hektischen Alltag vorzubeugen.

Erste-Hilfe-Tipps zum schnellen Stressabbau

In manchen Situationen, etwa vor Prüfungen, ist schnelle Hilfe gefragt. Für solche Fälle werden unter anderem diese Mittel gegen Stress empfohlen:

  1. Hände unter warmes Wasser halten: Lassen Sie warmes Wasser über Ihre Hände und Handgelenke fließen. Das soll beruhigend wirken. Zudem gewinnen Sie etwas Abstand vom Stressauslöser, wenn Sie sich erst einmal aus der Situation zurückziehen. Oft gelingt es uns in dieser Mini-Auszeit, unsere Gedanken etwas zu sortieren und mit neuen Ideen oder Lösungsstrategien in die Situation zurückzukehren.
  2. Lachen: Zum einen, weil unser Körper dann Botenstoffe ausschüttet, die glücksartige Gefühle in uns auslösen. Zum anderen werden durch Lachen sogenannte Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol herunterreguliert. Laut Lachverband erbrachten bereits verschiedene Studien den Nachweis, dass Lachen und Humor positive Auswirkungen haben – unter anderem auf Stress, aber beispielsweise auch auf unser Immunsystem.2 Probieren Sie es mal mit Grimassenschneiden vorm Spiegel, das lockert in einem Zuge stressbedingte Verspannungen im Gesicht.
  3. Summen oder kräftiges Gurgeln: Denn das soll – der Psychologin Cathy Malchiodi zufolge – unseren Vagusnerv stimulieren können.3 Dieser ist an zahlreichen Körperfunktionen beteiligt. Stark vereinfacht ausgedrückt soll er unter anderem für Erholung zuständig sein – und die können wir in Stresssituationen natürlich gut gebrauchen.
  4. Seufzen, um sich von seelischem Ballast zu befreien. Vom norwegischen Psychologen K.H. Teigen wurde Seufzen mal als „Stuhlgang der Seele” bezeichnet. Die Ergebnisse einer im Jahr 2016 durchgeführten Studie unterstützen etwa die Annahme, dass Seufzer psychologisch sowie physiologisch entspannend wirken.4 Zudem haben hörbare Seufzer natürlich den Effekt, dass wir mit unserer Umwelt in Kontakt treten: Wir signalisieren, dass wir gerade viel um die Ohren haben. Nehmen unsere Mitmenschen dies wahr, können sie entsprechend reagieren, zum Beispiel, indem sie uns erstmal in Ruhe lassen oder sogar ihre Hilfe anbieten.
  5. Tief durchatmen: Denn eine ruhige, tiefe Bauchatmung reduziert Stress und senkt den Blutdruck. Versuchen Sie doppelt so lang auszuatmen wie einzuatmen – am besten in freier Natur. Damit Sie sich auf die richtige Atmung konzentrieren und nicht mit den Gedanken abschweifen, zählen Sie im Kopf bei den Atemzügen mit.
  6. Singen: Beim Singen werden körpereigene „Glückshormone” (z. B. Dopamin und Serotonin) freigesetzt, das hebt die Stimmung. Ein weiterer Pluspunkt: Stresshormone wie Cortisol werden hierbei abgebaut. Eine Studie fand zudem heraus, dass es beim Singen im Chor nachweislich zur Ausschüttung des „Kuschelhormons” Oxytocin kommt, das unter anderem Angst sowie Stress reduzieren kann.5 Vor Prüfungen könnten Eltern daher beispielsweise mit ihren Kindern gemeinsam singen, um innere Anspannung zu lösen.
  7. Musik hören: Einer Studie zufolge sank bei Patienten, die vor, während und direkt nach einem chirurgischen Eingriff über Kopfhörer Musik ihrer Wahl hörten, der Blutdruck während der Operation schnell und sie fühlten sich während des Eingriffs ruhiger und besser als Patienten, die ohne diese Maßnahme operiert wurden.6 Im Alltag könnten Sie sich dies zunutze machen und sich eine Playlist mit Ihren Lieblingssongs zusammenstellen, die Sie anhören, bevor Sie in stressauslösende Situationen gehen oder sich in einer solchen befinden (etwa im Feierabendstau oder beim Christmas-Shopping).

Tipp: Packen Sie sich für stressige Phasen einen „Notfallkoffer” mit allem, was Ihnen guttun könnte (Badesalz, Anti-Stress-Ball, Fotos Ihrer Liebsten, einer Liste mit weiteren für Sie funktionierenden Anti-Stress-Mitteln, …). Drucken Sie sich hierfür gern unseren Artikel oder die nachfolgende Grafik aus. Ein Post-it mit einem Smiley am Badezimmerspiegel oder Arbeitsplatz erinnert Sie zudem täglich daran, zwischendurch mal zu lachen und damit Ihr Stresslevel zu senken.

7 Methoden, um Stressreaktionen langfristig besser zu regulieren

Wer Probleme vergessen oder Stress loswerden möchte, gewöhnt sich mitunter ungesunde „Lösungsstrategien” an, zum Beispiel Alkohol trinken oder rauchen. Manchmal schlagen wir uns zudem ganze Nächte um die Ohren, in denen wir nach Lösungen für unsere Probleme suchen. Nur allzu oft dreht sich das Gedankenkarussell dann immer weiter und bringt meist kein zufriedenstellendes Ergebnis. Dabei gibt es verschiedene Methoden, die langfristig den nötigen Support liefern können, um stressige Phasen durchzustehen. Sie unterstützen uns auf lange Sicht dabei, unsere Stressanfälligkeit zu vermindern. Wir stellen Ihnen nachfolgend einige davon vor.

1. Genug (digitale) Auszeiten gönnen

Wer rund um die Uhr verfügbar ist, kann nicht zur Ruhe kommen. Gönnen Sie sich genug Auszeiten und nutzen Sie diese effektiv, anstatt sich mit Grübeln zu beschäftigen oder sich mit Social Media abzulenken: Schalten Sie in Ruhephasen am besten das Handy und den PC aus. Planen Sie für einen solchen „Digital-Detox” täglich oder zumindest wöchentlich einen gewissen Zeitraum ein und beschäftigen Sie sich mit anderen Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten. Tipp, falls Sie Ihr Handy nicht ausschalten möchten: In den Einstellungen Ihres Smartphones können Sie bei Bedarf festlegen, dass Sie nur für bestimmte Kontakte erreichbar sind. Zudem wurden spezielle Apps entwickelt, die Ihnen dabei helfen, geplante handyfreie Zeiten besser einzuhalten.

2. Ausreichend Schlaf und Powernapping

Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus und eine gute Schlafhygiene, um erholt und mit neuer Energie in den Tag zu starten: Halten Sie sich an feste Schlafenszeiten, verzichten Sie darauf, kurz vor dem Schlafengehen noch Fernsehen zu schauen oder einen Blick in die sozialen Medien zu werfen und sorgen Sie für ein angenehmes Raumklima. Auch ein 10 bis 30 Minuten andauerndes Nickerchen (Powernapping) in der Mittagspause kann unsere Leistungsfähigkeit und unser Wohlbefinden positiv beeinflussen. Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung oder Autogenenes Training geben gestressten Menschen die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen und besser einzuschlafen. Mehr dazu unten.

3. Stress abbauen durch Bewegung

Auch moderate Sporteinheiten tragen zur Reduzierung von Alltagsstress bei. Pro Woche sollten sie 2-3x 45 Minuten Bewegung einplanen, etwa Laufen oder Fahrradfahren an der frischen Luft. Falls möglich, unterbrechen Sie auch Ihre Arbeit in fordernden Situationen einmal mit einem kurzen „Power-Walk”, um den Kopf freizubekommen und neue Energie zu tanken. Tipp: So manchen motiviert es mehr, Sport in der Gruppe zu treiben. Erkundigen Sie sich über Vereine oder Lauftreffs in Ihrer Nähe. Wer hingegen die (lange) Anfahrt zum Vereinssport scheut, kann von zu Hause aus online Fitnesskurse absolvieren – zum Beispiel gemeinsam mit der Familie. Gegenenfalls übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten hierfür anteilig.

4. Gesunde Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel

In gesunden Lebensmitteln stecken viele Nährstoffe, die essenziell für unsere Leistungsfähigkeit sind. Achten Sie daher auf eine ausgewogene Ernährung, die Ihren Bedarf an Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen sowie Mikronährstoffen (Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine) deckt. Leider vernachlässigen wir in stressigen Zeiten nur allzu oft einen gesunden Ernährungsstil.

  • Unterstützung bieten in diesen Phasen spezielle Nahrungsergänzungsmittel, zum Beispiel die Emcur® Stress Blocker Kapseln mit einem umfassenden Vitaminkomplex, dem Spurenelement Eisen, Rhodiola (Rosenwurz) und Lactium® (Protein, das aus Milch hergestellt wird). Die Kapseln eignen sich für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren – etwa dann, wenn in besonderen Situationen, beispielsweise in Prüfungsphasen, ein erhöhter Nährstoffbedarf besteht. Der darüber hinaus enthaltene Pflanzenextrakt aus Rhodiola hilft in stressigen Zeiten die Konzentrationsfähigkeit zu erhalten.
  • Emcur® Nerven Stark liefert mit den Vitaminen B1, B2, B6, C und dem Mineralstoff Magnesium zum Beispiel wichtige Nährstoffe, die die normale Funktion des Nervensystems unterstützen. Darüber hinaus trägt die enthaltene Pantothensäure zur geistigen Leistungsfähigkeit und das Spurenelement Zink zur normalen Gedächtnisfunktion bei. Ebenso wie die Emcur® Stress Blocker Kapseln enthält auch dieses Produkt Rhodiola (Rosenwurz). Geeignet ist Emcur® Nerven Stark für Erwachsene, die den Alltag mit starken Nerven und mehr Gelassenheit bewältigen möchten.

5. Unterstützendes Umfeld aufbauen

Wenn Sie Kinder haben oder eine(n) Angehörigen pflegen, ist es schwierig, genügend Zeit für sich selbst einzuplanen. Bitten Sie bei Bedarf Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte um Unterstützung im Haushalt, bei der Kinderbetreuung oder kleineren Erledigungen. Schon das Wissen darum, dass uns unser soziales Netzwerk bei Bedarf zur Seite steht, kann uns dabei helfen, mit psychischen Belastungen besser umzugehen. Gegebenenfalls ist auch eine professionelle Unterstützung durch einen Psychologen oder eine Psychologin ratsam. Für (alleinerziehende) Mütter und Väter gibt es zudem spezielle Beratungsstellen. Pflegende Angehörige können eine Kur beziehungsweise Vorsorge- oder Rehabilitationsleistungen bei der Krankenkasse beantragen. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

6. Achtsamkeit, Meditation, Entspannungstechniken & Co.

Achtsamkeitsübungen, Meditation, Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung können uns dabei helfen, im Moment zu bleiben und uns in Gelassenheit zu üben. Auch mit bestimmten Atemübungen lassen sich entspannende Effekte erzielen.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob diese entsprechende (Online-)Kurse zum Erlernen von Entspannungstechniken anbietet oder ob sie die Kosten für einen solchen Kurs übernimmt.

7. Innere Einstellung ändern

Manche Stressoren können wir selbst „eliminieren” oder vermindern, indem wir unsere innere Einstellung ändern und entsprechend handeln. Hier ein paar Tipps:

  • Ein positives Mindset hilft dabei, Stresssituationen anders zu bewerten. Schreiben Sie täglich drei positive Ereignisse auf, für die Sie dankbar sind. Das schult Sie im positiven Denken und ebnet Ihnen den Weg zu mehr Gelassenheit. Hinterfragen Sie auch Ihre eigenen Glaubenssätze. Üben Sie sich darin, schädliche internalisierte Glaubenssätze, wie etwa „Ich bin nicht gut genug.” in hilfreiche Glaubenssätze umzuwandeln, etwa „Ich darf Fehler machen. Denn daraus lerne ich.”
  • Lernen Sie „Nein” zu sagen, wenn Sie um einen Gefallen gebeten werden, für dessen Erledigung Sie eigentlich keine Zeit haben. Wie oben schon angesprochen: Sie müssen für Ihre Liebsten nicht immer durchgehend erreichbar und verfügbar sein. Sie brauchen auch „Regenerationszeit” für sich.
  • Falls Sie sich selbst als Perfektionist*in bezeichnen würden: Arbeiten Sie daran, Ihren Perfektionismus abzulegen. Seien Sie selbst Ihr eigener bester Freund oder Ihre eigene beste Freundin: Seien Sie nachsichtig mit sich selbst und verlangen Sie nicht mehr von sich, als Sie in diesem Moment leisten können. Kurzum: Lassen Sie im Alltag öfters mal fünf gerade sein.
  • Setzen Sie die Situation in Relation. Fragen Sie sich: Ist das in einem Jahr noch wichtig? Was würde mein 80-jähriges Ich sagen, wenn es sehen würde, worüber ich mir gerade den Kopf zerbreche? Ist es das wirklich wert?
  • Machen Sie sich bewusst: Manche Dinge lassen sich nicht ändern, nur akzeptieren. Sie können jedoch Ihren Umgang mit diesen überdenken und sich auf die Dinge konzentrieren, die Sie tatsächlich ändern können (Stichwort: Selbstwirksamkeit). Gut zusammengefasst ist diese Einstellung im Gelassenheitsgebet, das meist dem US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr zugeschrieben wird: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.”
  • Sprechen Sie mit engen Bezugspersonen oder bei Bedarf im Rahmen einer Psychotherapie über Ihre Probleme. Zum einen tut es der Seele gut, den Ballast loszuwerden. Zum anderen kann ein(e) gute(r) Gesprächspartner(in) neue Perspektiven aufzeigen. Eventuell kristallisieren sich beim Reden auch neue Lösungsansätze heraus. Gut zu wissen: Professionelle Unterstützung durch Psychologen und Psychologinnen wird inzwischen auch online angeboten. Das erspart Ihnen eine oft eine längere Wartezeit auf einen Termin.
  • Zeitmanagement-Kurse helfen Ihnen dabei, Ihre Zeit sinnvoller einzuteilen. Eventuell bietet Ihre Krankenkasse entsprechende Webinare an.
  • Abschließend nochmal der Hinweis: Ein vollkommen stressfreies Leben, wäre gar nicht mal so toll, wie wir uns das eventuell ausmalen. Denn nachdem wir stressige Situationen erfolgreich gemeistert haben, stellt sich oft eine Art Glücksgefühl ein. Stress kann zudem ein wichtiges Warnsignal sein. Die körperlichen Reaktionen erinnern uns (eindringlich) daran, den Fuß vom Gas zu nehmen und das Leben etwas ruhiger anzugehen. Wer dann auf seinen Körper hört und entsprechende Maßnahmen ergreift, kann Dauerstress und seine gesundheitsschädigenden Folgen vermeiden.

Sie sehen: Wenn Sie Stress abbauen möchten, stehen Ihnen dafür viele Wege offen. Wichtig ist, dass Sie herausfinden, was zu Ihrem Wohlbefinden beiträgt und sich gut in Ihren Alltag integrieren lässt. Wir wünschen Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund!

Vgl. Techniker Krankenkasse (Hrsg.). (2021): Entspann dich, Deutschland! – TK-Stressstudie 2021

2 Vgl. Lachforschung – die Gelotologie. Lachverband: www.lachverband.org/lachforschung-die-gelotologie.html (abgerufen am 09.11.2022)

3 Vgl. Gielas, Anna: Knurren gegen das Trauma (01.07.2020). Psychologie heute www.psychologie-heute.de/gesundheit/artikel-detailansicht/40583-knurren-gegen-das-trauma.html

4 Vgl. Vlemincx, Elke; Van Diest, Ilse, Van den Bergh, Omer (2016): A sigh of relief or a sigh to relieve: The psychological and physiological relief effect of deep breaths. Pubmed. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27404329/

5 Vgl. Im Chor oder allein: So gesund ist Singen (Stand: 02.12.2019). NDR. www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Im-Chor-oder-allein-So-gesund-ist-Singen,musik892.html

6 Vgl. Harvard Health Publlishing (2021): Music and health. www.health.harvard.edu/newsletter_article/music-and-health

Häufige Fragen

Als „Notfalltipps“ gegen Stress haben sich unter anderem Lachen oder Singen bewährt. Wichtig ist es aber auch sich Methoden, Strategien und Verhaltensweisen anzueignen, die langfristig beim Stressabbau helfen. Auch darüber klären wir in unserem Ratgeberartikel auf.

Es gibt zahlreiche hilfreiche Methoden gegen Stress. Kurzfristig hilft etwa Lachen, langfristig können beispielsweise bestimmte Entspannungstechniken angewandt werden.

Zu Anzeichen von Stress zählen – neben vielen anderen Symptomen – unter anderem Nervosität und Anspannung sowie Schlafprobleme.