Wie schütze ich mich in Hotels und Co. vor Fußpilz?

Expertengespräch mit Dr. Husmann von Emcur

Ich bin Susanne Ackstaller, die Bloggerin hinter texterella.de. Auf meinem Blog schreibe ich für Frauen ab 45 über Mode, Reisen, Lebensfreude - und auch über das Thema Gesundheit. Denn gerade, wenn man so viel unterwegs ist wie ich, sollte man gut auf sich und auf sein Wohlbefinden aufpassen.

Es ist schon eine Weile her, dass mir eine Bloggerkollegin erzählte, sie habe sich bei einem Hotelaufenthalt mit Fußpilz angesteckt. Bis dahin hatte ich mir über dieses Thema noch gar keine Gedanken gemacht! Seitdem ist mir allerdings speziell bei Teppichboden im Hotelzimmer oder im Spa-Bereich immer ein bisschen unwohl. Sicher, ich trage Flipflops oder Schläppchen, aber reicht das, um gegen die Ansteckung mit Fußpilz im Hotelzimmer oder Wellnessbereich gewappnet zu sein? Denn eines ist klar: Überall dort, wo Menschen unterwegs sind, tummeln sich auch die Erreger für Fuß- und Nagelpilz.

Im Rahmen meiner Zusammenarbeit mit Emcur hatte ich nun die Gelegenheit, meine Fragen zum Thema Fußpilz mit einem Experten zu besprechen. Dr. Husmann ist Mikrobiologe und arbeitet in der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung des Unternehmens. Herausgekommen ist ein spannendes Interview, das wirklich alle Aspekte dieses leidigen Themas beleuchtet: von den größten Ansteckungsrisiken über Prävention bis hin zur Reiseapotheke.

Als Bloggerin bin ich viel unterwegs und auch oft in Hotels untergebracht. Jedes Mal frage ich mich: Wie sieht es da eigentlich mit der Ansteckungsgefahr mit Fußpilz aus?

Die Ansteckungsgefahr für Fuß- und Nagelpilz ist überall da größer, wo Menschen barfuß laufen. In Hotelzimmern besteht also durchaus ein Risiko, den Fußpilz vom Vorgänger im wahrsten Sinne des Wortes „mitzunehmen“. Wenn ein Gast Fußpilz hat und sich barfuß im Hotelzimmer bewegt, dann hinterlässt er überall winzig kleine Hautschuppen, die mit dem Pilzerreger infiziert sind. Diese können wochen- oder sogar monatelang überleben und auf den nächsten Gast, der ohne Hausschuhe unterwegs ist, übertragen werden. Das heißt dann nicht unbedingt, dass man sich auch direkt ansteckt. Wer ein schwaches Immunsystem hat oder wenn die Hautbarriere geschädigt ist – z. B. durch kleine Wunden – ist mitunter anfälliger für eine Infektion mit dem Pilz. Oftmals ist eine Fußpilz- Infektion auch der Beginn eines Nagelpilzes, denn der Hautpilz kann leicht auch auf die Nägel übergreifen.

Darf ich auf dem Teppichboden barfuß gehen – oder lieber nicht?

Lieber nicht. An Teppichen bleiben die Hautschuppen besonders gut hängen und nicht alle werden durch die normalen Reinigungsmaßnahmen entfernt. Wer barfuß über Hotelteppiche läuft, der nimmt sehr wahrscheinlich Hautschuppen mit. Je nachdem, ob diese mit Fußpilz infiziert sind und wie gut das eigene Immunsystem ist, ist eine Ansteckung möglich.

Wie „gefährlich“ sind Bad und Dusche?

Feuchte Umgebungen sind für das Wachstum vom Pilzerregern quasi paradiesisch. Man kennt das auch von Schimmelpilzen in der Wohnung, die durch Feuchtigkeit gedeihen. Ähnlich ist es auch bei Fußpilz-Erregern. In feuchten Umgebungen, also Duschen, Bädern, aber auch luftundurchlässigen Schuhen, halten sich die Erreger besonders lange. Im Hotel kommt dazu, dass das Bad und die Dusche im Zimmer von vielen verschiedenen Menschen genutzt werden – zwar nicht gleichzeitig, wie in Sammel-Umkleiden oder Gemeinschaftsduschen, die es etwa im Sportzentrum oder Fitnessstudio gibt, aber immerhin hintereinander. Die Reinigung der Feuchträume ist oft nicht ausreichend, um alle Hautschüppchen zu entfernen, bevor ein neuer Gast ins Hotel einzieht. Noch „schlimmer“ kann es im hoteleigenen Wellnessbereich, Pool oder in Hostels mit Gemeinschaftsduschen sein. Hier sollte man unbedingt Badeschuhe tragen.

Ist der Hygiene genüge getan, wenn das Hotel die Bettwäsche bei 60 Grad wäscht?

Um sich in einem Hotel nicht mit Pilzerregern anzustecken, ist es leider nicht damit getan, die Bettwäsche bei 60 Grad zu waschen. Zwar werden Bakterien und eben viele Pilzerreger bei dieser Temperatur abgetötet, allerdings ist das Bett nicht der primäre Ort, um sich mit Fußpilz im Hotel anzustecken. Vielmehr sind die Böden, insbesondere im Badezimmer sowie Teppiche und Duschen oder Badewannen die wirklichen Gefahrenstellen. Im Bett ist es zwar warm, aber eher trocken. Für Pilzerreger gibt es bessere Umgebungen, um sich zu vermehren. Zudem sind Bettbezüge im Vergleich zum Beispiel zu Teppichboden sehr gut zu reinigen.

Wie kann ich mich im Urlaub überhaupt gegen die Ansteckung mit Fußpilz schützen? Muss ich immer mit Hausschuhen oder Schläppchen laufen und für den Wellnessbereich Badeschuhe dabeihaben?

Verfügt das Hotel über ein Schwimmbad, einen Wellness-Bereich, ein Fitness-Center oder gemeinsam genutzte Duschen und Umkleiden, dann sollte das Tragen von Badeschuhen Pflicht sein. Gerade dann, wenn man aus dem Wasser kommt, sich in der Sauna aufhält oder beim Sport in den Schuhen schwitzt: Die Haut an den Füßen weicht durch die Feuchtigkeit auf und kann so anfälliger für Bakterien und Pilze sein. Zudem finden sich in den gemeinsam genutzten Räumen eh viele Hautschuppen, von denen sicherlich die ein oder andere mit Pilzen infiziert ist. Hier empfehle ich daher unbedingt Badeschuhe zu tragen. Das gleiche gilt übrigens auch für öffentliche Schwimmbäder, Sauna, Fitness-Center und Co. Im Hotelzimmer geht man auf Nummer sicher, wenn man Hausschuhe trägt. Ist die Hautbarriere gestört oder das Immunsystem geschwächt, etwa bei älteren Menschen oder Diabetikern, würde ich das immer empfehlen. Wer mit Socken im Hotelzimmer unterwegs ist, kann diese anschließend bei 60 Grad waschen, um die Sporen nicht im eigenen Haushalt zu verteilen.

Was halten Sie davon, mit Socken zu schlafen, um sich im Bett nicht zu infizieren? Oder raten Sie gar dazu, dass Bett zu desinfizieren?

Im Bett ist die Ansteckungsgefahr nicht so hoch wie in den bereits beschriebenen Räumlichkeiten. Dem Tragen von Socken im Bett stehe ich etwas kritisch gegenüber, da sich so – je nach Material – schnell ein feucht-warmes Klima an den Füßen bilden kann. Das lieben Pilzsporen. Wer aber zum Bespiel kalte Füße hat und ohne Socken nicht schlafen kann, der sollte zu solchen aus Naturmaterialien greifen. Das können Socken aus Wolle, Bambusfasern oder Baumwolle sein. Synthetische Stoffe eignen sich nicht für das Tragen im Bett. Alternativ kann man die Füße aber zum Beispiel mithilfe einer Wärmflasche oder einem Körnerkissen wärmen. Mit kalten Füßen schläft man nämlich im Schnitt 20 Minuten später ein als mit warmen.

Ich liebe es im Urlaub zu wandern und zu radeln, überhaupt aktiv zu sein. Aber was ist mit den kleinen Verletzungen, die man sich im Aktivurlaub schnell mal zuzieht - Pflaster drauf und gut?

Im Urlaub aktiv zu sein, ob beim Wandern, Klettern, Rad fahren oder einfach bei Spaziergängen an der frischen Luft, ist ein tolles Training, dazu kann ich nur gratulieren! Allerdings gehen damit auch immer gewisse Gefahren einher wie Verletzungen der Haut durch Blasen, kleine Schnitte oder Druckstellen. Diese sind natürlich sehr ungünstig, da sie einen für die Aktivitäten an den folgenden Tagen einschränken. Zum anderen bergen sie die Gefahr, dass man sich durch die verletzte Haut schneller mit Pilzerregern infiziert. Gerade dann, wenn die Haut an den Füßen schwitzt und die Umgebung im Schuh entsprechend warm ist, vermehren sich Erreger schnell. Man sollte im Aktiv-Urlaub also zwei Dinge beachten: Die Haut vor Verletzungen schützen bzw. sie entsprechend bei der Regeneration unterstützen. Und die richtigen Schuhe und Socken zu wählen, damit die Feuchtigkeit aus dem Schuh geleitet wird und die Luft zirkulieren kann.

Kann man sich bei solchen kleinen Verletzungen auch mit Fußpilz anstecken?

Die Ansteckungsgefahr für Fußpilz durch Mini-Verletzungen bei Aktiv-Urlaubern ist generell gegeben – vor allem, weil die Füße beim Wandern, Radfahren und Co. schwitzen und sich im Schuh ein entsprechendes Klima bildet. In feucht-warmen Umgebungen vermehren sich Pilzerreger besonders gut und erhöhen das Risiko einer Pilzinfektion. Ist die Hautbarriere durch kleine Verletzungen gestört, dringen die Pilzerreger schneller in die Haut ein und können sich dort vermehren. Natürlich spielt auch da immer das Immunsystem eine Rolle – ist dies gut ausgebildet, kann es Pilzerreger in der Regel abwehren. Allerdings ist der Körper im Aktiv-Urlaub auch immer zusätzlich belastet, durch die körperliche Anstrengung, ggf. den Höhenunterschied in den Bergen und anderen Faktoren. Gepaart mit dem festen Schuhwerk, in dem man den ganzen Tag steckt und den Unterkünften, in denen Pilzerreger überall lauern, ist die Gefahr einer Ansteckung mit Fußpilz durchaus groß.

Zum Schluss noch eine allgemeine Frage, die sich alle Vielreisenden einmal stellen: Was gehört neben Schmerzmittel und Pflaster unbedingt in die Reiseapotheke?

Kleine Verletzungen und Krankheiten kann man sich immer und überall zuziehen. Für Urlauber wird ja daher oftmals empfohlen, immer ein gut bedachtes Repertoire an Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln dabei zu haben:

  • Schmerzmittel, die auch fiebersenkend sind (zum Beispiel mit dem Wirkstoff Ibuprofen)
  • Pflaster in verschiedenen Größen
  • Spezielle Blasenpflaster
  • Ein Gel zur Unterstützung der Wundheilung
  • Vorbeugender Schutz gegen Fußpilz bzw. einer Infektionsausbreitung bei Nagelpilz
  • Mittel bei Symptomen von Pilzinfektionen
  • Sonnenschutz
  • Je nach Region und Jahreszeit ein Schutz gegen Mücken und Zecken
  • Mittel bei Durchfall
  • Medikament gegen Übelkeit und Reisekrankheit

 

Außerdem kann es auch sinnvoll sein, im Urlaub folgende Hilfsmittel dabei zu haben:

  • Desinfektionsmittel
  • Ohrstöpsel
  • Schläppchen für Badezimmer und öffentliche Duschen
  • Verbandszeug und Tape (Schere nicht vergessen)
  • Fieberthermometer

Danke, Herr Dr. Husmann, für das spannende Gespräch! Nun bin ich gut informiert und weiß, wie ich mich unterwegs vor Fuß- und Nagelpilzinfektionen schützen kann und was in eine gut sortierte Reiseapotheke gehört.