Im Rahmen ihrer Fußpflege-Routine können Diabetiker einmal pro Woche Hornhaut mit einem Bimsstein entfernen.

Richtige Fußpflege bei Diabetes mellitus

Füße als Diabetiker selbst pflegen oder durch Podologen behandeln lassen?

Wie sich der Entwicklung eines diabetischen Fußes vorbeugen lässt

Bei Betroffenen von Diabetes mellitus besteht die Gefahr, dass sich ein diabetischer Fuß (diabetisches Fußsyndrom) entwickelt. Der „Diabetesfuß“ bringt verschiedene Komplikationen mit sich: die Haut wird anfälliger für Verletzungen und Infektionen; Wunden heilen schlechter. Um das Risiko für schwerwiegendste Folgen zu senken, ist ein regelmäßiger Arztbesuch zur Abklärung geeigneter Therapie- und Präventionsmaßnahmen unerlässlich. So ist etwa eine achtsam und sorgfältig durchgeführte Fußpflege wichtig, um einen diabetischen Fuß zu vermeiden oder zumindest Sorge dafür zu tragen, dass sich aktuelle Fußbeschwerden nicht verschlimmern. Unter bestimmten Voraussetzungen können Ärzte/Ärztinnen Diabetiker*innen eine Verordnung für die Fußpflege bei einem ausgebildeten Podologen/Podologin ausstellen . Generell sollten Diabetiker zudem – sofern nicht anders mit dem Arzt abgesprochen – ihre Füße täglich pflegen. Denn wird die Fußpflege gründlich und sachgemäß durchgeführt, können manche Folgen wie zum Beispiel bestimmte Verletzungen an Diabetiker-Füßen vermieden beziehungsweise während der Durchführung der Pflegemaßnahmen rechtzeitig erkannt werden. Dies trägt dazu bei, die mitunter gravierenden Folgeschäden zu vermeiden.

Mögliche Komplikationen und Gefahren bei Diabetes mellitus

Nachstehend sind einige mögliche Folgeschäden von Diabetes mellitus aufgelistet. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern liefert nur einen groben Überblick über Risiken. Ein diabetischer Fuß kann unter anderem mit folgenden Beschwerden verbunden sein:

  • einem erhöhten Verletzungsrisiko: Denn hohe Blutzuckerwerte können mit der Zeit Nerven und Blutgefäße schädigen. Aufgrund dieser diabetischen Folgeschäden sind das Druckempfinden und das Schmerzempfinden an den Füßen oft beeinträchtigt. Diabetiker merken teilweise gar nicht, wenn sie sich an ihren Füßen verletzt haben.
  • trockener, rissiger Haut: Die Nervenschädigungen (Neuropathie) können zudem dazu führen, dass die Schweißbildung nachlässt. Die Haut an den Füßen wird dementsprechend trocken oder mitunter rissig.
  • einem erhöhten Infektionsrisiko: Aufgrund der beanspruchten Haut wird der „Diabetesfuß“ wiederum anfälliger für Verletzungen und zudem für Infektionen.
  • schlechterer Wundheilung und der Entstehung von Geschwüren: Eine weitere mögliche Folge von Diabetes mellitus sind Wundheilungsstörungen. Selbst kleinste Verletzungen können sich zu Geschwüren (Ulzera) mit schwerwiegenden Konsequenzen ausweiten.

Diabetiker*innen sollten möglicher Komplikationen auch bei kleineren Veränderungen an ihren Füßen immer einen Arzt/eine Ärztin konsultieren.

Worauf sollten Diabetiker bei der täglichen Fußpflege achten?

Die Fußpflege sollte bei Menschen mit Diabetes mellitus Bestandteil der Alltagsroutine sein. Denn mit einer sachgemäß durchgeführten Fußpflege kann bestimmten Verletzungen vorgebeugt werden. Zu einer umsichtigen Pflege von Diabetiker-Füßen zählt auch die eingehende Kontrolle der Hautbeschaffenheit. Fallen Verletzungen auf, müssen mit einem Arzt/einer Ärztin geeignete Behandlungsmaßnahmen abgeklärt werden.

Nachfolgend sind einige Aspekte aufgeführt, die Diabetiker*innen bei der Pflege ihrer Füße berücksichtigen sollten. Zudem werden einige Verhaltensregeln angeführt, die es – über die tägliche Fußpflege hinaus – im Alltag zu beachten gilt. Patienten/Patientinnen sollten sich darüber hinaus immer an die Vorgaben eines erfahrenen Arztes/einer erfahrenen Ärztin halten.

Diabetiker*innen beziehungsweise ihre Angehörigen oder Pfleger*innen müssen die Füße jeden Tag sorgfältig auf Verletzungen hin untersuchen. Auch die Zehenzwischenräume sind zu kontrollieren. Es dürfen hierbei weder Fußrücken noch Zehen, Ferse, Zehenzwischenräume oder die Fußsohle außer Acht gelassen werden. Wenn sich die Füße in irgendeiner Art und Weise verändern – seien es beispielsweise Verletzungen oder Druckstellen (Rötungen, Blasen) – ist umgehend ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Tipp: Unterliegen die Betroffenen beispielsweise altersbedingt motorischen Einschränkungen oder Sehstörungen, können sie einen Spiegel verwenden, um ihre Füße auf Veränderungen zu prüfen.

Die Füße von Diabetikern sind jeden Tag für maximal drei Minuten mit lauwarmem Wasser zu waschen. Länger sollten die Füße nicht im Fußbad verweilen. Denn in eine aufgeweichte Haut können Keime einfacher eindringen. Die Badetemperatur darf die Höchstgrenze von 35 Grad Celsius nicht überschreiten. Ansonsten besteht Verbrühungsgefahr! Da das Kälte- und Wärmeempfinden bei Diabetikern in den Füßen oft beeinträchtigt ist, nehmen die Betroffenen Schmerzreize nicht mehr richtig wahr. Darum sollten sie, bevor sie ihre Füße in das Badewasser eintauchen, immer die Wassertemperatur mit einem Thermometer überprüfen. Für das Fußbad sollten Diabetiker*innen eine milde Seife verwenden. Um die Füße sanft zu reinigen, ist die Nutzung eines Waschlappens zu empfehlen.

Feuchte Zehenzwischenräume erhöhen das Fußpilz-Risiko. Nach dem Fußbad müssen die Füße deshalb gut abgetrocknet werden – auch in den Zehenzwischenräumen. Um die Füße zu trocknen, sollte ein weiches Handtuch verwendet werden. Wichtig ist, dass die Füße damit nicht schnell und grob trockengerieben, sondern sanft abgetupft werden.

Wenn durch eine unsachgemäße Nagelpflege die Nagelplatte beschädigt wird, erhöht sich die Gefahr einer Nagelpilzerkrankung. Insbesondere für die Pflege von Diabetiker-Füßen sind Nagelscheren und Nagelknipser darum mitunter ungeeignet. Denn durch den Gebrauch dieses Nagelwerkzeugs könnte es zu Verletzungen an Haut und Fußnägeln kommen. Zehennägel sollten stattdessen mit einer Feile gekürzt werden – und zwar immer gerade, nie rund. Andernfalls entsteht unter Umständen ein eingewachsener Zehennagel. Um das Verletzungsrisiko zu senken, müssen zudem – vor allem im Rahmen der diabetischen Fußpflege – spitze Nagelecken immer glatt gefeilt werden. Ansonsten könnten sie die benachbarten Zehen verletzen.

Einmal die Woche können Diabetiker – nach dem Baden ihrer Füße – die Hornhaut entfernen. Auf keinen Fall sollten sie hierbei Hornhautfeilen benutzen. Stattdessen kann – je nach Empfindlichkeit der Haut beziehungsweise in Absprache mit dem behandelnden Arzt - die Verwendung eines Bimssteines ratsam sein.

Um trockene und rissige Haut zu vermeiden, sollten Diabetiker-Füße täglich eingecremt werden. Denn eine geschädigte Haut ist anfälliger für Infektionen. Die Creme sollte jedoch – sofern nicht anders mit dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin abgesprochen – nicht in die Zehenzwischenräume einmassiert werden, da die Feuchtigkeit wiederum die Gefahr von Infektionen erhöhen würde. Nicht jede handelsübliche Fußcreme ist für Diabetiker geeignet. Ärzte und Podologen können Diabetikern passende Cremes empfehlen.

Diabetiker*innen sollten um die Ansteckungsgefahr mit Fuß- und Nagelpilz wissen und in Hotelzimmern, öffentlichen Duschen und Schwimmbädern immer Badeschlappen tragen. Denn oft bemerken sie bestimmte Verletzungen an ihren Füßen aufgrund eines fehlenden Schmerzreizes nicht. Pilzerreger haben dann leichtes Spiel. Um Fußpilz und einer Infektionsausbreitung bei Nagelpilz vorzubeugen, kann das Emcur® Fußpilz-Schutzspray aufgetragen werden. Es zieht schnell ein und neutralisiert Gerüche. Für optimalen Schutz sollte es zweimal pro Tag auf die trockenen Füße aufgetragen werden – auch zwischen den Zehen. Nach dem Waschen der Füße oder einem Schwimmbadbesuch ist es erneut aufzutragen.

Auch über die eigentliche Fußpflege hinaus, sollten Diabetiker*innen Vorkehrungen treffen, um Verletzungen und Infektionen an den Füßen vorzubeugen. Diabetiker*innen sollten beispielsweise beim Kauf von Socken und Strümpfen besonders wählerisch sein. Empfehlenswert für Menschen, die unter Diabetes mellitus leiden, sind beispielsweise spezielle Diabetiker-Socken ohne scheuernde Nähte.

Schuhe bergen ebenfalls Verletzungspotential, etwa wenn das Innenfutter beschädigt ist oder kleine Steinchen in den Schuh gelangen. Bevor sie angezogen werden, müssen sie darum immer einem Rundum-Check unterzogen werden. Schuhe von Diabetiker*innen sollten aus weichem Material wie Leder gefertigt sein. Da die Füße im Verlauf des Tages etwas anschwellen, sollten neue Schuhe vor dem Kauf grundsätzlich immer nachmittags anprobiert werden. Orthopädische Schuhmacher sowie Ärzte können weitere Empfehlungen zu geeignetem Schuhwerk geben.

Um das Verletzungsrisiko zu senken, sollten Diabetiker ihre Füße zudem niemals direkter Hitze aussetzen. Denn Hitze – sei es durch Sonnenbestrahlung, Kaminöfen, Wärmflaschen oder andere Wärmequellen – kann an Diabetiker-Füßen aufgrund des beeinträchtigten Temperaturempfindens zu Verbrennungen führen.

Wichtig: Diabetiker*innen sollten regelmäßig einen Arzt aufsuchen, um ihre Füße untersuchen zu lassen. Ärzte/Ärztinnen können die Füße von Diabetikern auf jegliche Veränderungen kontrollieren und im Bedarfsfall geeignete Therapiemaßnahmen einleiten. Gegebenenfalls verweisen Ärzte/Ärztinnen ihre Patienten/Patientinnen an weitere Experten/Expertinnen, zum Beispiel an Podologen/Podologinnen.

Behandlung des diabetischen Fußes durch Podologen

Gestaltet sich die Durchführung der diabetischen Fußpflege als schwierig, können sich Betroffene in Absprache mit dem Arzt zusätzliche professionelle Hilfe suchen. Eine rein kosmetische Fußpflege ist bei ihnen unzureichend. Sie benötigen eine medizinische Fußpflege bei einem ausgebildeten Podologen/einer ausgebildeten Podologin.

Zu beachten ist, dass die Berufsbezeichnung „Medizinischer Fußpfleger“ beziehungsweise „Podologe“ zwar gesetzlich geschützt ist, mit dem Begriff „Medizinische Fußpflege“ jedoch auch von Nicht-Podologen geworben werden darf. Vor dem Beginn einer Behandlung ist also zu erfragen, ob die behandelnde Person über eine entsprechende Ausbildung zum Podologen/zur Podologin verfügt.

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