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Weihrauch – eine alte Pflanze mit viel Potenzial

Den meisten Menschen ist Weihrauch aus der katholischen Kirche bekannt. Weihrauch hat aber nicht nur einen festen Platz in der Liturgie, sondern auch in der Forschung zu entzündlichen Erkrankungen. Grund hierfür ist die Wiederentdeckung des Weihrauchs als Heilmittel. Schon in der Antike und im Mittelalter wurde Weihrauch medizinisch eingesetzt. Ebenso ist er ein Bestandteil der ayurvedischen Medizin. Mit neuen Studien und der Erforschung der Wirkweise der im Harz enthaltenen Boswelliasäure wird Weihrauch jetzt aber zunehmend als entzündungshemmender Stoff für die moderne Medizin interessant.

Was ist Weihrauch?

Weihrauch wird als Harz aus dem Boswellia-Baum gewonnen. Weit verbreitet ist die Nutzung des indischen Weihrauchs (Boswellia serrata) und des somalischen oder auch arabischen Weihrauchs (Boswellia sacra). In der medizinischen Anwendung findet man allerdings nur Boswellia serrata. Weihrauch besteht aus Harzen, Proteinen, Schleim und ätherischen Ölen. Das Harz enthält Terpene, unter denen sich auch die Boswelliasäure befindet. Diese Säure steht heute im Fokus der Forschung, denn ihr wird eine entzündungshemmende Eigenschaft zugeschrieben.

Entzündungshemmer Weihrauch – die Boswelliasäure

Das besondere Potenzial der im Weihrauchharz enthaltenden Boswelliasäure liegt in ihrer entzündungshemmenden Wirkweise. Forscher und Forscherinnen der Friedrich-Schiller-Universität Jena fanden heraus, dass Boswelliasäure das Enzym 5-Lipoxygenase beeinflusst. 5-Lipoxygenase fördert die Bildung von Leukotrienen, einer Gruppe von Entzündungsbotenstoffen. Die Forschergruppe zeigte, dass die Boswelliasäure die Enzymaktivität beeinflusst und hemmt. Das alleine ist schon eine positive Wirkung. Die Boswelliasäure bewirkt aber noch mehr, denn 5-Lipoxygenase produziert Substanzen, die Entzündungen auflösen. Die entzündungsfördernde Wirkung von 5-Lipoxygenase wird also nicht nur gehemmt, sondern ins Gegenteil verkehrt. Laut den Autoren der Studie lassen sich diese Erkenntnisse nutzen, um die Wirkung von Weihrauch weiter zu erforschen und perspektivisch in der Behandlung von Entzündungskrankheiten einzusetzen.

Quelle Studie: Uni Jena

Weihrauch bei Erkrankungen

Boswellia-Präparate wie Kapseln oder Tabletten sind in Deutschland aktuell nur als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Zudem gibt es Weihrauchsalbe oder Weihrauchöl zur äußerlichen Anwendung. Medikamente beziehungsweise Arzneimittel gibt es hierzulande noch nicht. Der Grund dafür liegt in der noch nicht ausreichenden Datenlage zur Wirkung der Weihrauchzubereitungen in Medikamenten. Bislang liegen keine repräsentativen Studien vor, die Klarheit über Wirknachweise beispielsweise bei Arthrose schaffen. Dieser Wirknachweis ist aber Voraussetzung, um Medikamente zuzulassen.

Weihrauch in der Forschung

In verschiedenen kleineren Studien wurde die Wirkung von Weihrauch und der Boswelliasäure bereits untersucht. Die bisherigen Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, mit den Boswellia-Wirkstoffen Fortschritte in der Behandlung diverser Krankheiten machen zu können. Es gibt Ergebnisse, die darauf hindeuten, dass die Gabe von Kapseln mit Weihrauch bei Multiple-Sklerose-Patienten und -Patientinnen positive Effekte hat. Es wurde eine entzündungshemmende Wirkung ähnlich wie bei der Gabe von Cortison festgestellt. Die war zudem mit wesentlich weniger Nebenwirkungen verbunden. Forscher der Harvard-University gehen zudem von einer Wirksamkeit bei Asthma, Neurodermitis, Psoriasis und rheumatoider Arthritis aus. Ebenso könnte Weihrauch bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa helfen, wo Leukotriene für anhaltende Entzündungen mitverantwortlich sind.

Weihrauch zur äußerlichen Anwendung

Aufgrund seiner Eigenschaften wird Weihrauch auch in Kosmetika eingesetzt. Der entzündungshemmende Effekt soll insbesondere bei Hautproblemen wie trockener Haut, Akne oder bei Ekzemen helfen. Zudem gibt es eine Reihe von Cremes, die zur Pflege beispielsweise von Muskeln und Gelenken gedacht sind. Dafür werden oftmals verschiedene pflanzliche Wirkstoffe kombiniert, um das Wohlbefinden bei rheumatischen Erkrankungen oder Gelenkbeschwerden zu unterstützen. Ein gutes Beispiel ist die Emcur® Mobil Creme mit CBD und Weihrauch. Mit ihrer besonderen Wirkstoffkombination trägt die Creme zur Pflege der Haut und zur Unterstützung bei Gelenkbeschwerden bei.

Häufige Fragen

Als Weihrauch bezeichnet man das Harz des Weihrauchbaumes, das aus verschiedenen Boswellia-Arten gewonnen wird. Weihrauch wird in verschiedenen Religionen genutzt, findet zudem Anwendung in der ayurvedischen Medizin und der Naturheilkunde. Aufgrund entzündungshemmender Stoffe ist Weihrauch auch Gegenstand der modernen medizinischen Forschung.

Weihrauch wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Größere und belastbare Studien zu Wirkweise und Nebenwirkungen stehen bisweilen noch aus, weshalb Weihrauch in Deutschland nicht als Arzneimittel erhältlich ist.

Weihrauchhaltige Präparate gibt es zum Einnehmen und zum Auftragen auf die Haut.

Die Wirkweise von Weihrauch bei Rheuma ist noch nicht hinreichend erforscht. Aufgrund der dem Weihrauch zugeschriebenen entzündungshemmenden Eigenschaften gibt es Hinweise auf eine Wirksamkeit, doch diese sind noch nicht ausreichend belegt.

Die Wirkweise von Weihrauch bei Arthrose ist noch nicht hinreichend erforscht. Aufgrund der dem Weihrauch zugeschriebenen entzündungshemmenden Eigenschaften gibt es Hinweise auf eine Wirksamkeit, doch diese sind noch nicht ausreichend belegt.

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