Heuschnupfen

Auslöser, Symptome und Therapie

Was eine Pollenallergie auslöst und was sie gegen die Beschwerden tun können

Wenn im Frühling die Natur erblüht, setzen bei Pollenallergikern Beschwerden wie Fließschnupfen, Niesreiz, Juckreiz sowie gerötete und tränende Augen ein. Heuschnupfen, auch Pollenallergie, ist nicht nur die am weitesten verbreitete Allergie in den Industrieländern, sondern auch eine typische Volkskrankheit. Etwa jeder fünfte Deutsche leidet darunter. 

Bei Heuschnupfen handelt es sich um eine allergische Reaktion des Körpers auf die Blütenstaubteilchen von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Wildkräutern. Sie entsteht, weil das Immunsystem eigentlich harmlose Pollen als gefährlich einstuft. Daraufhin werden Antikörper gebildet, die beim nächsten Kontakt für eine allergische Reaktion sorgen, zum Beispiel eine laufende Nase und juckende Augen. 

Vor allem in Frühjahr und Sommer ist die Belastung hoch

Rein medizinisch betrachtet, handelt es sich bei Heuschnupfen um eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut, eine sogenannte Rhinitis. Vom Schnupfen unterscheidet sich diese Entzündung schon vor allem durch ihre Auslöser, die Pollen. Daher ist auch von Pollinosis und Pollenallergie die Rede.

In Frühling und Sommer ist die Belastung durch Pollen am höchsten. Manche Patienten leiden allerdings auch im Herbst noch unter Heuschnupfen-Symptomen.

Was versteht man unter dem allergischen Schnupfen?

Unter dem Begriff „allergischer Schnupfen“ werden allergische Schnupfenarten zusammengefasst, die durch Allergene in der Luft ausgelöst werden. Zu diesen sogenannten Aeroallergenen gehören Pflanzenpollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Tierhaare.

Auslöser von Heuschnupfen

Heuschnupfen tritt saisonal auf, abhängig vom Pollenflug. Wann welche Pollen üblicherweise fliegen, lässt sich im Pollenflugkalender ablesen, den zum Beispiel die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst veröffentlicht. Wann genau die allergieauslösenden Pflanzen in der Blüte stehen, hängt auch vom Wetter ab und kann innerhalb eines Landes regional unterschiedlich sein. 

Eröffnet wird die Pollensaison durch Hasel und Erle, deren Hauptsaison Ende Februar beginnt. Aber bereits in der Vor- und Nachblüte kann es zu Beschwerden kommen. Insgesamt liegt die Hauptsaison für Heuschnupfen zwischen April und September. In milden Wintern sorgen Frühblüher bereits ab Januar für Beschwerden. Je nach Wetter fliegen Spätblüher noch bis in den Oktober.

Bekannte Auslöser für Heuschnupfen sind zum Beispiel Hasel, Erle, Pappel, Weide, Esche, Hainbuche, Birke, Buche, Eiche, Kiefer, verschiedene Gräser, Spitzwegerich, Roggen, Brennnessel, Beifuß und Traubenkraut. Die Pollenflugvorhersage informiert Heuschnupfen-Geplagte tagesaktuell über den aktuellen Pollenflug. Das hilft, Aktivitäten im Freien sowie den Einsatz von Medikamenten besser zu planen. 

Symptome eines Heuschnupfens

Die Pollenallergie zeigt sich auf ganz unterschiedliche Art. Es gibt viele klassische Beschwerden, unter denen Pollenallergiker zu leiden haben:

  • Tränende, juckende oder geschwollene Augen bzw. Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • Juckende, laufende oder verstopfte Nase und anhaltender Niesreiz
  • Husten bzw. Brennen oder Juckreiz im Hals
  • Erschwerte Atmung bis hin zu Atemnot
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen oder allgemeine Abgeschlagenheit
  • Fieber

Wie lange und schwerwiegend Symptome auftreten, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Relevant sind die Menge an Pollen in der Luft, die individuelle Empfindlichkeit und wie lange ein Heuschnupfenpatient den Pollen ausgesetzt war.

Diagnose von Pollenallergie

Bei Verdacht auf Heuschnupfen ist ein Allergologe der richtige Ansprechpartner. Dabei handelt es sich um Ärzte, zum Beispiel Allgemeinmediziner, Kinderärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Lungenfachärzte, mit einer Zusatzqualifikation im Bereich Allergologie. Unter Umständen kann der behandelnde Mediziner schon nach einer umfangreichen Anamnese einschätzen, ob es sich um einen Heuschnupfen handelt. Dafür erfragt er die Krankheitsgeschichte sowie die Beschwerden. 

Für die Diagnose eines Heuschnupfens ist dieses Anamnesegespräch in vielen Fällen ausreichend. Um die speziellen Auslöser der Pollenallergie, die Allergene, zu ermitteln, reicht es jedoch nicht. Ein Blick in den Pollenflugkalender kann schon ein Anhaltspunkt sein. Hauttests und eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen Polleneiweiße geben in vielen Fällen Klarheit. Bei Verdacht auf Pollinosis kommen überwiegend Pricktests und Intrakutantests zum Einsatz.

Behandlung von Heuschnupfen

Um bei Pollenallergie Linderung zu verschaffen, gibt es Medikamente, sogenannte Antihistaminika, die kurzfristig die symptomatischen Beschwerden abschwächen. Antihistaminika helfen Betroffenen in der Regel sehr schnell, indem sie die Wirkung der Entzündungsbotenstoffe Histamin blockieren. In der Folge gehen akute Beschwerden zurück. Eine langfristige Besserung erhalten Patienten durch die Einnahme von Antihistaminika allerdings nicht, das Medikament bekämpft ausschließlich die Symptome des Heuschnupfens. Gleichzeitig sind mögliche Nebenwirkungen durch die Einnahme von Antihistaminika bekannt.

Desensibilisierung kann langfristig helfen

Langfristig kann eine spezifische Immuntherapie, auch Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung, Besserung verschaffen. Sie ermöglicht, den Heuschnupfen ursächlich zu behandeln statt nur symptomatisch. Dabei wird dem Allergiegeplagten das Allergen in regelmäßigen Abständen zugeführt, erst unterschwellig, später in steigender Dosis. Auf diese Art baut das Immunsystem im Erfolgsfall nach und nach die Überempfindlichkeit gegenüber dem Allergen ab. Die Behandlung kann bis zu drei Jahre dauern und schlägt bei Kindern und Jugendlichen am besten an. Auch bei Erwachsenen ist die Behandlung erfolgsversprechend, wenn die Immuntherapie in den ersten Jahren nach Auftreten des Heuschnupfens begonnen wird.

Werden Allergien nicht angemessen therapiert, neigen sie dazu, sich zu verschlimmern oder auszuweiten. Eine rechtzeitige Therapie kann vor allem ein Übergreifen der entzündlichen Prozesse von den oberen Atemwegen oder der Haut in die unteren Atemwege (Bronchien) verhindern. 

Der allergischen Reaktion vorbeugen

Wer sich im Alltag richtig verhält, kann Heuschnupfen-Symptome zumindest eindämmen. Das grundsätzliche Ziel sollte sein, sich den Allergenen in der Luft so wenig wie möglich auszusetzen.

  • Pflegen Sie Ihre Nasenschleimhäute und Ihre Atemwege morgens und abends mithilfe einer Nasendusche. Beim Nasespülen werden die Nasenschleimhäute sanft gespült und befeuchtet, gleichzeitig werden Pollen, andere Allergene sowie Staub schonend abtransportiert. Spezielle Nasenduschen sind bereits für Kinder ab 3 Jahren geeignet.
  • Legen Sie Ihren Urlaub in die Zeit, in der sie besonders häufig mit Allergiesymptomen zu kämpfen haben. Verreisen Sie in pollenarme Gebiete, zum Beispiel ans Meer, in Hochgebirge oder in Wüstengebiete.
  • Kleidung, die Sie am Tag getragen haben, haben bei Pollenallergikern nichts im Schlafzimmer zu suchen, da Pollen sich in der Kleidung festsetzen.
  • Halten Sie sich über die aktuelle Pollenflugsaison auf dem Laufenden und halten Sie sich in besonders belasteten Zeiten wenig draußen auf – vor allem bei feuchtwarmer Luft und windigem Wetter verbreiten Pollen sich schnell.
  • Vermeiden Sie bei starker Pollenbelastung Sport und andere Anstrengungen. Bei körperlichen Betätigungen atmen Sie tiefer ein als gewöhnlich, so nehmen Sie auch mehr Pollen auf als üblich.
  • Achten Sie darauf, Ihre Wohnräume in der pollenflugarmen Zeit zu lüften. In Städten steigt die Pollenkonzentration am Abend, auf dem Land am Morgen. Halten Sie zu diesen Zeiten Fenster und Türen sowie Autofenster geschlossen.
  • Waschen Sie sich jeden Abend die Haare, um einen Großteil der Pollen, die sich im Laufe des Tages darin festgesetzt haben, zu entfernen. Bürsten Sie die Haare vor dem Waschen nicht aus, um die Pollen nicht in Ihren Wohnräumen zu verteilen, und verwenden Sie zum Auswaschen lauwarmes Wasser.

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